Kunst­stoff­tech­nik

Die Arbeitsgruppe Kunststofftechnik befasst sich mit der Entwicklung und Verarbeitung von großflächigen Verbundbauteilen auf Basis thermoplastischer Werkstoffsysteme. Im Fokus stehen funktionalisierte Faserverbundhalbzeuge, Sandwichlaminate auf Mono-Matrixbasis sowie Metall-Thermoplast-Hybride. Durch den Einsatz fortschrittlicher Fertigungsverfahren und maßgeschneiderter Werkstoffsysteme entstehen nachhaltige, leichte und leistungsfähige Bauteile im industriellen Maßstab.
Ein Mann in blauer Arbeitskleidung und weißen Handschuhen überwacht eine große Maschine, die eine Rolle weißen Stoffs oder Materials in einer Industrieumgebung verarbeitet.

Fertigungs­ver­fah­ren

Die NMF setzt auf moderne Fertigungstechnologien für leistungsfähige Kunststoff- und Verbundlösungen.

Mit der CCM-Technologie können ausgehend von geschichteter Rollenware in einem Arbeitsgang verschiedene eigenverstärkte, faserverstärkte und/oder Sandwich-Aufbauten hergestellt werden. Die Hybrid-Technologie vereint gezielt die Vorteile von Kunststoffen, Metallen und faserverstärkten Werkstoffen, um leichte, funktionsintegrierte und wirtschaftliche Bauteile zu realisieren.

Ergänzend dazu entwickelt NMF additive Fertigungsverfahren auf Granulat- und Filamentbasis weiter, um auch technische Spezialwerkstoffe zu komplexen Geometrien zu verarbeiten und passgenaue Lösungen für anspruchsvolle Anwendungen zu ermöglichen.

Eine Person bedient ein Bedienfeld vor einer Industriemaschine mit der Aufschrift Neue Materialien Fürth EMMA. Auf einem großen Bildschirm werden Diagramme und Daten in einer Fabrikumgebung angezeigt.
Eine Person bedient eine große Industriemaschine in einer Fabrik über ein Bedienfeld. Die Maschine ist in Bewegung, wobei unscharfe Teile die Bewegung anzeigen. Im Hintergrund sind Industrieanlagen und Rohre zu sehen.

NMF fokussiert sich in seinen Entwicklungsaktivitäten auf thermoplastische Polymersysteme, die eine wirtschaftliche und großserientaugliche Verarbeitung ermöglichen. Das Werkstoffspektrum reicht von Standard- bis zu Hochleistungsthermoplaste, die je nach Anforderungen chemische Beständigkeit, optische Qualität oder erhöhte Temperatur- und mechanische Belastbarkeit bieten. Ergänzend kommen thermoplastische Schäume wie EPP oder EPE als leichte, energieabsorbierende Kernmaterialien für komplexe Hybridstrukturen zum Einsatz.

Ein breites Spektrum an Faserwerkstoffen – von Glas-, Kohlenstoff- und Aramidfasern über natürliche Fasern bis hin zu polymeren Hochleistungsfasern – erweitert die Einsatzmöglichkeiten im Leichtbau. Für hybride Strukturen werden zudem Metalle wie Aluminium, Stahl oder Titan integriert, um Gewicht, Festigkeit und Funktion gezielt zu optimieren.

Ein kleiner Stapel schwarzer Kunststoffkügelchen liegt auf einer strukturierten weißen Fläche, während eine Person in einem blauen Laborkittel vor dem unscharfen Hintergrund einer Industrieumgebung Maschinen bedient.
Nahaufnahme einer Maschine, die eine Materialplatte mit einem rot-weißen Gittermuster bearbeitet, das industrielle Metallkomponenten und mechanische Teile zeigt.

Für die Charakterisierung von Werkstoffverbunden werden etablierte mechanische Prüfverfahren wie Zug- und Biegeversuche nach DIN EN ISO sowie analytische und optische Methoden eingesetzt, um Kennwerte zu Festigkeit, Steifigkeit, Dichte, Feuchteaufnahme und Oberflächenqualität zu ermitteln. Ergänzend prüfen spezialisierte Verfahren wie Stirnabzugs- und Schubversuche die Verbundhaftung an Grenzflächen und Fügestellen.

Je nach Anwendung werden zudem kundenspezifische Prüfkörper und individuelle Prüfaufbauten entwickelt, um branchenspezifische Anforderungen – etwa die Mediendichtheit von Hybridstrukturen in der E-Mobility – zuverlässig zu bewerten.

Nahaufnahme eines automatisierten Roboterarms, der eine industrielle Spritzgießmaschine bedient, mit Metallstäben und verschiedenen mechanischen Komponenten.
Eine Person arbeitet mit einem Ultraschallprüfgerät an einer braunen Kohlefaserverbundplatte und prüft deren Oberfläche auf Fehler.

Die rechnergestützte Betrachtung von Werkstoffsystemen und Bauteilen erfolgt in drei Phasen. In der analytischen Phase werden auf Basis theoretischer Modelle erste mechanische und thermische Auslegungen vorgenommen, um Festigkeits-, Steifigkeits- und Temperaturanforderungen zu bewerten. Darauf aufbauend ermöglicht die numerische Simulation (FEM) eine detaillierte Analyse von Spannungsverteilungen, Verformungsverhalten und Temperaturfeldern im Bauteil sowie die thermische Optimierung von Werkzeugen und Prozessen.

Abschließend erfolgen Bauteil- und Prozessvalidierung, wobei das reale Verhalten unter Belastung – etwa Dauerfestigkeit, Alterungsbeständigkeit und Energieeffizienz – überprüft wird. Dieses strukturierte Vorgehen gewährleistet eine präzise, anwendungsnahe Auslegung und eine zuverlässige Qualifizierung moderner Hybrid- und Verbundstrukturen.

Eine gewellte, rechteckige Holzoberfläche ist mit einer durchscheinenden, farbigen Wärmekarte überlagert, die Farbverläufe in Grün-, Blau-, Rot- und Gelbtönen zeigt.
Die thermische Simulation eines Metallblocks zeigt die Temperaturverteilung von 20,24°C (blau) bis 338,2°C (rot), mit bemerkenswerten Temperaturmarkierungen bei 93,3°C und 25,9°C. SIGMASOFT-Logo unten rechts.

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